© CHaCHaCHi.org / Christoph Künzli

Aktuelles

März 2021

Wir möchten allen Mitgliedern und Gönner*innen ganz herzlich danken, dass sie uns in der Corona Krise sehr grosszügig unterstützt haben. Lieder können wir dieses Jahr die Mitgliederversammlung nicht wie üblich mit geselligem Zusammensein verbinden. Wir senden allen unseren Mitgliedern die Unterlagen elektronisch zu und danken für das Verständnis und die schriftliche Stimmabgabe. Wir konnten im letzten Jahr viel Nothilfe leisten - vor allem für Essen aber auch für unsere Lernprogramme (siehe Jahresbericht 2020 und unten Aktuelles). Wegen des ausserordentlichen Jahres haben wir unser Budget stark überzogen (siehe Jahresrechnung 2020). Wir fahren vorläufig weiter mit Nothilfe, da die wirtschaftliche Situation vor allem für die Ärmsten schlimm ist und sie oft keine Gelegenheitsjobs finden können. Alle Kinder sind nach fast 10 Monaten wieder in der Schule. Wir haben mit den Schulleiter*innen von 8 Slumschulen vereinbart, dass wir für alle - fast 1'500 Schüler und Schülerinnen - die Gebühren für die täglichen Mittagessen bezahlen. Alle Kinder haben so zu essen und werden nicht nach Hause geschickt, wenn die Eltern die Schulgebühren nicht pünktlich bezahlen können. Jackline besucht die Schulen unangemeldet zwei- bis dreimal wöchentlich, um zu kontrollieren, ob sich die Schul-Verantwortlichen an unsere Abmachung halten. Auch die High School Studis sind seit Januar wieder in ihren Klassen. Die Lernenden an technischen Colleges (Lehrwerkstätten) haben ebenfalls wieder mit regulärem Unterricht begonnen. Alles scheint fast den normalen Lauf zu nehmen.

November 2020 (verfasst von Heidi Brenner)

Die Situation in Kenia hat sich seit meinem letzten Bericht vom August leider wenig verändert. Obschon eine grosse Angst vor dem Corona Virus herrscht, habe ich von keinem einzigen tödlichen Fall in den uns bekannten Kreisen gehört. Viele meinen: „Wir sterben eher an Hunger als an Covid-19.“ Immer noch ist es für die Menschen im Slum enorm schwierig, Gelegenheitsjobs zu finden, um das tägliche Essen zu kaufen und die Mieten zu bezahlen. Wir verteilen nach wie vor Nothilfegeld an Familien im Slum und an unsere Studenten. Zwei Familien, die von uns unterstützt werden. Die Primarschulen und die High Schools haben Anfang November die obersten Klassen zum Unterricht aufgeboten, alle anderen werden voraussichtlich im Januar 2021 wieder starten. Unsere Lernprogramme in 8 Zentren in Kibera laufen noch bis Ende November. Da im September die Gruppengrösse auf 25 Kinder erweitert werden konnte, profitieren seither circa 2’000 Kinder vom Unterricht und den Mittagessen. Weitere 1’000 Kinder (aus früheren Lerngruppen) dürfen weiterhin zum Mittagessen kommen. Zum Glück haben wir ein finanzielles Pölsterchen, denn unser Budget wird in diesem Nothilfe-Jahr stark überzogen werden. Ich habe mich seit Beginn dafür eingesetzt, dass der Unterricht für die Vorschul- und Unterstufenkinder spielerisch und kreativ sein soll. Die kenianischen Lehrkräfte und unsere Studenten hatten wenig Ahnung von modernen Unterrichtsformen. Ich konnte ihnen dann Ideen und praktische Tipps geben, mit denen sie den Unterricht abwechslungsreich und spannend für die Kinder gestalten können. Gerade die relativ kleinen Gruppen laden zum Ausprobieren von neuen Ideen ein. Die Lehrkräfte von Kisumu Ndogo und Gatwekera; davon 4 Studenten von uns Jede Woche erhalten die Lehrkräfte ein paar konkrete Anleitungen, wie man Sprachförderung und Arithmetik ohne Bücher, Wandtafel und spezifisches Material - dafür aber mit Spass - vermitteln kann. Da sie erleben, wie viel Freude die Kinder an den Übungen haben und sie diese immer wiederholen wollen, sind auch die Lehrkräfte enthusiastisch. Sie haben angefangen, selber Variationen der kreativen Ideen zu entwickeln und berichten mir voller Stolz davon in den wöchentlichen Berichten. Beispiel für solche wöchentliche Berichte Wichtige Bestandteile des Programms sind auch Musik, Gesang, Tanz, das Dramatisieren von Geschichten und sportliche Betätigung. Filmsequenz aus einer Unterrichtsstunde Aus Abfallmaterial basteln sie Spielzeuge, aus alten Lappen knüpfen sie Seile oder formen Bälle für den Turnunterricht. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Beispiele Wir haben natürlich unsere High School Studis nicht vergessen: Einige treffen sich im Slum zum Wiederholen des Stoffes und bekommen ebenfalls Mittagessen von uns. Die Universitäts- und Collegestudenten haben meist Fernunterricht über Whatsapp, daneben rackern sie sich ab, um etwas Weniges zum Unterhalt der Familie zu verdienen, was nicht immer gelingt. Viele von ihnen haben wir mit monatlichem Notgeld für die Familie bisher über Wasser gehalten. Leider geschah es wieder, dass Bagger der Bahngesellschaft ganze Läden- und Hüttenreihen entlang der Bahnlinie in Kibera dem Erdboden gleich machten, obwohl die Markierungen das nicht ankündigten. Ein paar Lehrkräfte und Studenten von uns verloren ihr ganzes Hab und Gut. Als sie am Abend heimkehrten, fanden sie ihre Hütte nicht mehr und alles war in Schutt und Asche! Auch da halfen wir übers Erste hinweg. Bild von einem unserer betroffenen Studis Eine langjährige kenianische Freundin von mir, Schwester Clare, Pflegefachfrau und Hebamme, arbeitet in einer abgelegenen Gebär- und Mütterstation im Massai Gebiet, wo das Corona Virus recht verbreitet sei. Die meisten von den jungen Frauen können die geringe Gebühr für den Spitalaufenthalt nicht bezahlen und haben kein Geld für Nahrungsmittel. Wir haben Sr. Clare ein paarmal je SFR 1000.- geschickt, damit sie den armen jungen Müttern helfen kann. Sie sendet uns dann eine detaillierte Liste mit den Ausgaben und den Unterschriften der Frauen. Mütterstation im Masai Gebiet Sr. Clare, die gute Seele

August 2020 (verfasst von Heidi Brenner)

Leider hat sich die Situation in Kenia seit dem letztem Bericht im Mai nicht verbessert. Ein grosser Teil der Bevölkerung leidet immer noch unter Hunger und kann keine Tagelöhner-Arbeit finden, geschweige denn eine ordentliche Arbeit mit Vertrag und Rechten. Schlimm ist es für die Kinder und Jugendlichen: Vor wenigen Wochen bestimmte die Regierung, dass alle Schulen – auch Colleges und Universitäten – in diesem Jahr wegen dem Corona Virus nicht wieder öffnen werden. Alle Schüler sollen erst im Januar wieder starten und dann das Schuljahr wiederholen. Für die Slumkinder ist das ganz schlimm, haben doch die meisten keinerlei Lernmaterial, Bücher oder Spielzeuge. Sie haben auch keinen Zugriff zum Internet oder zum Lern-Fernsehprogramm, das kostenpflichtig ist. Die Lehrer der privaten Slumschulen haben keinerlei Einkommen seit März. Wir beauftragten unsere Mitarbeiterin Jackline schon bald damit, kleine Lerngruppen zu organisieren - falls nicht anders möglich in Privathütten, die genügend Platz bieten. Wir entschieden uns auch, für die Mittagessen zu sorgen. Als Jackline mit der Umsetzung begann, wurden ihr erfreulicherweise Räume in Schulen und von den Kirchen zur Verfügung gestellt. Viele Lehrkräfte und einige von unseren Studenten sind glücklich, dass sie im improvisierten Lernprogramm unterrichten dürfen und in dieser schwierigen Zeit mit einer sinnvollen Arbeit etwas verdienen. Eine Lehrerin mit den Kleinsten Unser Student Nelson mit 4.- und 5.-Klässlern Unterricht mit und ohne Maske Die wohlverdiente Portion Reis mit Chabis Die erlaubte Anzahl von 10 Kindern in einer Gruppe ist gemäss amtlichen Regeln streng einzuhalten. Das führte bald zu Problemen, denn es wollten so viele Kinder lernen und nicht nur ein Mittagessen bekommen. So schlugen wir vor, dass die Lehrkräfte nicht nur 1 sondern je 2 Gruppen pro Tag unterrichten sollten: morgens 10 Kinder, die nach dem Mittagessen heimkehren und nachmittags 10 Kinder, die mit dem Mittagessen starten und dann noch 3 bis 3.5 Stunden Unterricht erhalten: Kurzer Film aus dem Unterricht für die ganz Kleinen. Zum jetzigen Zeitpunkt – Mitte August – unterrichten 38 Lehrkräfte 760 Kinder vom Kindergarten bis zur 8. Klasse. Sie sind in 8 Zentren organisiert und werden von Jackline und 3 sehr erfahrenen Lehrer*innen, die als Supervisor*innen wirken, betreut und beraten. Jackline organisiert und koordiniert alles mit viel Begeisterung und Bravour. Wöchentlich erhalten wir von allen Supervisor*innen und einer Lehrkraft jeder Gruppe einen ausführlichen Bericht. Ausserdem ist Heidi täglich mit Jackline per Email oder WhatsApp in Kontakt. Ab nächster Woche gibt es auch auf dem Land mindestens 4 Lerngruppen von 2 unserer Lehrkräfte. Ausserhalb der Städte ist die Situation für die Kinder nicht besser, ausser dass sie mehr Bewegungsfreiheit haben und bei den landwirtschaftlichen Arbeiten mithelfen können. Die Kosten für 1 Woche belaufen sich auf rund Fr. 2‘000.-. Darin enthalten sind die Kosten für den Unterricht und das Essen für die zur Zeit unterstützten 760 Kinder. Jackline erstellt für jede Woche ein angepasstes Budget, das sie uns zur Genehmigung zusendet: Budget für die Woche 4 So wie es aussieht, werden wir mit diesem Lernprogramm wohl auch in den nächsten Monaten weiterfahren. Sollten uns die finanziellen Reserven ausgehen, melden wir uns bei unseren Mitgliedern und Gönnerinnen und Gönnern.

Mai 2020 (verfasst von Heidi Brenner)

Vor ein paar Monaten wurden Kenia und andere ostafrikanische Länder von riesigen Heuschreckenschwärmen heimgesucht, die alles ratzekahl frassen. Als ich den letzten Beitrag schrieb, schien in Afrika punkto Corona-Krise noch alles okay. Inzwischen hat sich die Situation extrem verändert. Die Wirtschaft liegt am Boden, Geschäfte und Schulen sind geschlossen und die Leute dürfen nicht mehr aus der Gemeinde raus. Bis jetzt dürfen sie tagsüber noch draussen sein, die Ausgangssperre beginnt um 19 Uhr und dauert bis morgens um 5 Uhr. Es ist aber die Rede davon, dass eventuell ein kompletter Lockdown verordnet werden könnte. Die Einschränkungen zwangen die Ärmsten in aussichtslose und verzweifelte Lebensumstände. Konnten sie sich vor der Krise meist knapp über Wasser halten als Tagelöhner*innen (Bauarbeiter, Wäscherinnen, Putzfrauen usw.), sind sie jetzt ganz ohne Arbeit und deshalb auch ohne das geringste Einkommen. Gespartes hat kaum jemand, da der mickrige Tageslohn nur gerade für den Moment reichte. Die Preise für Lebensmittel sind sehr angestiegen, da nur noch wenige Läden etwas anbieten können. Wir haben schon in der zweiten Hälfte März angefangen, die Hungernden zu unterstützen. Zuerst unsere Primarschüler, Lehrer und unsere Studis mit ihren Familien. Unsere kenianische Mitarbeiterin Jackline ist seit Ende März mehrere Tage pro Woche im riesigen Slum unterwegs und verteilt Notgeld für Essen auch an andere Notleidende; in der Regel sind es 5000 KES (knapp Fr. 50.-) für eine Familie. Ich, Heidi, bekomme täglich einige Mails und Hilferufe meist von unseren Studis. Klicke hier für eine Auswahl. Familien in Kibera, denen wir mit „Notgeld“ zu Essen verhelfen konnten. Alle hoffen wir, dass die drastischen Massnahmen bald gelockert werden können, so dass der - zwar harte - Alltag langsam zurückkehrt und mit ihm die Hoffnung.

März 2020 (verfasst von Heidi Brenner)

Am 6. März konnten wir unsere jährliche Mitgliederversammlung - trotz Corona-Virus-Unsicherheit - im kleinen Rahmen abhalten. Insgesamt 20 Mitglieder trafen sich in Bern zu diesem aufschlussreichen und sehr gemütlichen Abend. Leider konnte unser Vorstandmitglied Christoph Künzli nur über Filmgruss dabei sein, da er mit Lungenentzündung zu Hause bleiben musste. Auch andere Mitglieder mussten sich aus gesundheitlichen Gründen oder vorsichtshalber kurzfristig abmelden. Constanée Malik, die letzten August mit Carole und Christoph in Kenia war, berichtete als Aussenstehende von ihren Eindrücken. Das war für alle Anwesenden sehr spannend. Die MV verlief nach Programm und im anschliessenden gemütlichen Teil wurde bei Rotwein und feinen Häppchen angeregt diskutiert.

Februar 2020 (verfasst von Heidi Brenner)

Ich (Heidi) war in der zweiten Februarhälfte 2020 in Kenia und freute mich vor allem über die vielen Wiedersehen mit ehemaligen Schülern und heutigen Berufsleuten. Zum Teil kamen sie am Wochenende von weit angereist, um ihre ‚Swiss Mum‘ zu treffen! Emanuel ist fertiger Agronom und tüchtiger Hudson und Freundin Agnes unterrichten in Kibera. Teppich- und Rasenleger Beide sind noch in der berufsbegleitenden Lehrerausbildung Mit Jackline suchten wir verschiedene Slumschulen auf und ich war erschüttert ob der miserablen Bedingungen einiger von ihnen: baufällige enge Gebäude, so wie keine Mittel um Schulmaterial zu kaufen und die Lehrer angemessen und pünktlich zu bezahlen. Das Erziehungsministerium verschärfte die Auflagen für die privaten Slumschulen, ohne sie irgendwie finanziell zu unterstützen. Da der Grossteil der Kinder aus Verhältnissen stammt, in denen die Familie die Schulgebühren nicht (voll) bezahlen können, leiden die Unterrichtsbedingungen und die Lehrkräfte, die abhängig von den eingegangenen Schulgebühren bezahlt werden, sehr. Wir haben uns deshalb entschieden, die Anzahl der von uns unterstützten Schülerinnen und Schüler im Slum von 500 auf 600 zu erhöhen. So sollten sich die Lehr- und Lernbedingungen etwas verbessern.

November 2019 (verfasst von Heidi Brenner)

Wir blicken auf ein erfolgreiches Schuljahr in Kenia zurück. Alle Schulen wurden Ende Oktober geschlossen und im November finden nur noch die Abschlussexamen statt: alle PrimarschülerInnen von ganz Kenia absolvieren das gleiche Examen und erhalten dann im Dezember das K.C.P.E. (Kenya Certificate of Primary Education). In den High Schools sitzen die Gymnasiasten und Gymnasiastinnen mehrere Tage fürs Schlussexamen, das sogenannte K.C.S.E. (Kenya Certificate of Secondary Education). Die Vorbereitungen in Form 4 (letztem Schuljahr) sind enorm stressig, sowohl für die Studis als auch für die Lehrkräfte. Die Resultate des Schlussexamens entscheiden darüber, ob ein Jugendlicher einen subventionierten Studienplatz erhält und auch ob er Stipendien beantragen kann (HELB = Higher Education Loans Board). Wir fiebern mit 17 unserer Studis mit! 9 Elektriker, die letztes oder in diesem Jahr die zweijährige Ausbildung im GENTIANA Technical College erfolgreich abgeschlossen haben, wurden Ende Oktober diplomiert. Die Zeremonie ist nach englischem Vorbild und sehr wichtig für die Kenianer. Leider konnte von unserem Vorstand niemand teilnehmen, aber unsere kenianische Mitarbeiterin Jackline vertrat uns ehrenvoll. Unsere erfolgreichen Elektriker/innen mit Peter Baumgartner, dem Gründer von GENTIANA und Jackline (hinten links)

August 2019 (verfasst von Christoph Künzli)

Dieses Jahr sind wir zu dritt nach Nairobi gereist: Carole Maertens (Präsidentin CHaCHaCHi), Constanee Malik (Gönnerin CHaCHaCHi) und ich (Christoph Künzli, Vorstandsmitglied). Wir trafen uns am Flughafen Kloten und erlebten dort etwas, was uns zweifeln liess, ob wir nicht schon in Nairobi angekommen sind: Auf dem Weg von der Boarding Kontrolle bis zum Flugzeug kam ein Passagier abhanden. Es wurde intensiv nach ihm gesucht. Nach über einer Stunde – nachdem auch der Captain und die ganze Crew entnervt bei der Suche mithalfen – kam die Meldung, das Scan-Gerät am Gate habe eine Fehlfunktion gehabt. So starteten wir mit deutlicher Verspätung und kamen dennoch fast pünktlich in Nairobi an. Unsere Watch Woman Felicitas Die Zimmer in unserer Unterkunft sind zweckmässig mit ihrem Sohn Am Samstagmorgen trafen wir Jackline, um mit ihr unseren Aufenthalt zu planen, Neuigkeiten zu erfahren und den Ordner mit all den Unterlagen der High School Studenten in Empfang zu nehmen. Da wartete eine Menge Zeugnisse, Schulinformationen und Briefe auf uns! Den ersten Tag nutzten wir, um die administrativen elektronischen Abläufe mit Jackline anzuschauen, da wir vermuteten, dass einiges optimiert werden könnte. Jackline arbeitete in letzter Zeit mit einem sehr alten Laptop, da der jüngere ausgestiegen war. Nach vielen vergeblichen Versuchen, den Laptop zu optimieren und schneller zu machen, beschlossen wir, ihr einen neuen Laptop zu besorgen. Es ist speziell für Heidi sehr wichtig, dass die elektronischen Listen und Daten optimal verwaltet werden, was mit dem alten Computer unmöglich war. So besorgten wir einen neuen Laptop für Jackline, den ich in den folgenden Nächten für sie einrichtete. Ausserdem erstellten wir ein Excel-Sheet, das die Buchhaltung vereinfachen sollte. So braucht Heidi vieles nicht mehr von Hand zu kontrollieren, weil das im Excel-Sheet automatisch passiert. Das erleichtert sowohl Jackline als auch Heidi einiges und spart ihnen eine Menge Arbeit. Den Sonntag nutzten wir, um uns in die Unterlagen einzulesen und uns auf die bevorstehenden Gespräche vorzubereiten. Ausserdem waren wir bei Jackline zu Hause zu einem wunderbaren Essen mit ihrer Familie eingeladen. Da bei Jackline gerade wieder einmal Stromausfall war, gingen wir ins nahe Einkaufszentrum, um dort zu arbeiten, da es in den Cafés W-Lan und Stromanschlüsse gibt. Faith und Sharley Malia und Heidi Jackline und Malia Am Montag kamen dann insgesamt 34 High School Studenten zum Interview. Es war sehr eindrücklich, wie fleissig die jungen Menschen in der Schule sind. Sie arbeiten sehr hart, teilweise von frühmorgens bis spätabends. Ein Schüler berichtete, dass bei ihnen die Schule bereits um 03:00 Uhr anfängt. Er findet das sinnvoll, weil er so maximal profitieren kann. Die Schüler berichteten auch viel Gutes über ihre Lehrer. So arbeiten viele der Lehrer mehr, als sie eigentlich müssten und stehen den Schülerinnen und Schülern auch ausserhalb des Unterrichts zur Verfügung. Teilweise engagieren sie sich auch in einem der verschiedenen «Clubs», wo die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen neben dem eigentlichen Unterricht vertiefen und Lücken schliessen können. Viele Schülerinnen und Schüler konnten wir loben, weil sie sehr gute Leistungen erbracht hatten. Bei wenigen mussten wir mahnen, weil sie sich verschlechtert hatten. Wir versuchten mit ihnen herauszufinden, woran es lag, dass die Noten gesunken sind. Es ist schön zu sehen, dass sich die Jugendlichen in den Internatsschulen gegenseitig helfen. Wenn jemand in einem Fach stark ist, gibt er Schwächeren «Nachhilfe-Unterricht» und nimmt dafür in einem schwachen Bereich Unterstützung von andere in Anspruch. Ehemalige Gentiana Studenten, die als Elektroinstallateure gute Jobs gefunden haben. Sie haben zum Teil auch schon einen grösseren Betrag ihres Darlehens zurückbezahlt. Weiter so! Am Dienstag fuhren wir ins ländlich gelegene Behindertenheim TANIA. Dieses Heim unterstützen wir seit Beginn unseres Vereins, weil dort sehr gute Arbeit für die Kinder und Jugendlichen mit Handicap geleistet wird. Es ist immer besonders, wenn wir dort sind, denn es gibt immer Neues zu sehen. Dieses Jahr konnten wir die Solaranlage besichtigen, die ihnen von kanadischen Kirchen geschenkt wurde und die fast alle Bedürfnisse nach Energie befriedigt. Jennifer und Joseph, das Gründer- und Leiterpaar, sparen dadurch sehr viel Geld für die laufenden, sehr teuren Stromkosten des staatlichen Betreibers. „Wegweiser“ in TANIA Assembly Hall mit Stallungen und Küche Photovoltaik-Anlage mit WC auf beiden Seiten und Stadionbestuhlung Am Mittwoch besuchten wir verschiedene Familien im Slum von Kibera, von denen je ein Kind von uns unterstützt wird. Die Familien freuten sich, dass wir vorbei kamen, auch wenn wir kaum in die kleinen Wohnungen hineinpassten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen in diesen kleinen Räumen wohnen – und wie aufgeräumt und sauber es überall ist. Auf dem Weg durch den Slum kamen wir dieses Mal an Orten vorbei, wo das ganze Elend der Bewohner sichtbar war. Stinkende Abfallhalden überall dort, wo ein Bächlein durch den Slum fliesst. Wir hatten Mühe, die Hindernisse ohne hinzufallen zu überwinden. Was wir erst im Nachhinein erfuhren: Dieses Mal gingen wir an Orte, wo es gefährlicher ist als an anderen Stellen. Jackline organisierte unseren Besuch so, dass uns immer jemand, der im jeweiligen Ortsteil wohnte, begleitete, damit wir sicher zu unseren Zielen kamen. An einer Schule gingen wir dann auch das Feeding-Programm (Mittagessen) anschauen, das wir während der Schulferien finanzieren. Da wurde Ghideri (Bohnen-Mais-Gericht) für mehr als 100 Kinder gekocht. Die Kinder trafen zur Mittagszeit von überall her ein – die etwas grösseren Kinder hatten ihre kleinen Geschwister auf dem Rücken. Alle hatten ein Gefäss und einen Löffel dabei, denn das Geschirr müssen sie selber mitbringen. In Einerkolonne warteten sie vor dem grossen Topf, bis sie an der Reihe waren und ihr Gefäss gefüllt wurde. Mit einem Lächeln im Gesicht machten sie sich über das Essen her. Auf dem Rückweg aus dem Slum kamen wir an der Stelle vorbei, wo letztes Jahr die Regierung viele Häuser, Läden, Schulen und Kirchen dem Erdboden gleichgemacht hatte. Es waren viele Baumaschinen am Werk und die Erstellung der angekündigten Umfahrungsstrasse macht Fortschritte. Viele der Menschen, die damals ihre Bleibe verloren hatten, wohnen immer noch bei Verwandten und Bekannten. Die Platzverhältnisse sind oft prekär, nicht selten wohnen bis zu 10 Leute in einem Raum mit vielleicht 8 Quadratmetern. Am Donnerstag erledigten wir noch die letzten administrativen Aufgaben mit Jackline und machten uns nach einem gemeinsamen feinen Mittagessen auf den Weg zum Flughafen. Hommage an unsere Mitarbeiterin Jackline: Ich bin sehr dankbar, dass wir mit Jackline eine wertvolle Mitarbeiterin vor Ort haben, welche die Verhältnisse bestens kennt, für unsere Anliegen einsteht und sich für die unterstützten Kinder und Jugendlichen einsetzt. Sie ist beharrlich dahinter, wenn etwas nicht gut läuft – aber immer mit Herz und viel Goodwill für die Menschen, die wir unterstützen. Sie ist eine Perle, die Heidi bereits 2007 als engagierte Lehrerin an der Makina-Schule kennen lernte und die seit 2011 die Repräsentantin von CHaCHaCHi vor Ort ist. Fazit: Ich bin sehr dankbar, dass ich den Verein CHaCHaCHi vor einigen Jahren kennenlernen durfte, und ich nun mithelfen kann, unsere Projekte mitzugestalten! Ich sehe, welch grossartige Arbeit in Kenia geleistet wird. Auch wenn wir nicht Tausende von Menschen unterstützen können – für diejenigen, die in unserem Programm sind, verändert sich einiges. Sie haben gute Aussichten, dereinst ein Leben ausserhalb der zahlreichen Slums in Kenia zu führen. Auch dieses Mal verliess ich Kenia mit dem Gefühl der Demut, da ich viele Menschen kennenlernen oder wiedersehen durfte, die sehr missliche Bedingungen im Leben haben und trotzdem vorwärtsgehen und das Positive sehen. Bereits jetzt freue ich mich darauf, im nächsten August wieder nach Kenia zu fahren, denn einige Menschen dort sind Freunde geworden. für ältere “Aktuelles” hier klicken Falls das Dokument in Ihrem Browser nicht richtig angezeigt wird: Rechtsklick auf den Link -> Ziel speichern unter… So wird das Dokument auf Ihren Computer heruntergeladen und kann mit dem Adobe Reader © geöffnet werden.
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Aktuelles

März 2021

Wir möchten allen Mitgliedern und Gönner*innen ganz herzlich danken, dass sie uns in der Corona Krise sehr grosszügig unterstützt haben. Lieder können wir dieses Jahr die Mitgliederversammlung nicht wie üblich mit geselligem Zusammensein verbinden. Wir senden allen unseren Mitgliedern die Unterlagen elektronisch zu und danken für das Verständnis und die schriftliche Stimmabgabe. Wir konnten im letzten Jahr viel Nothilfe leisten - vor allem für Essen aber auch für unsere Lernprogramme (siehe Jahresbericht 2020 und unten Aktuelles). Wegen des ausserordentlichen Jahres haben wir unser Budget stark überzogen (siehe Jahresrechnung 2020). Wir fahren vorläufig weiter mit Nothilfe, da die wirtschaftliche Situation vor allem für die Ärmsten schlimm ist und sie oft keine Gelegenheitsjobs finden können. Alle Kinder sind nach fast 10 Monaten wieder in der Schule. Wir haben mit den Schulleiter*innen von 8 Slumschulen vereinbart, dass wir für alle - fast 1'500 Schüler und Schülerinnen - die Gebühren für die täglichen Mittagessen bezahlen. Alle Kinder haben so zu essen und werden nicht nach Hause geschickt, wenn die Eltern die Schulgebühren nicht pünktlich bezahlen können. Jackline besucht die Schulen unangemeldet zwei- bis dreimal wöchentlich, um zu kontrollieren, ob sich die Schul-Verantwortlichen an unsere Abmachung halten. Auch die High School Studis sind seit Januar wieder in ihren Klassen. Die Lernenden an technischen Colleges (Lehrwerkstätten) haben ebenfalls wieder mit regulärem Unterricht begonnen. Alles scheint fast den normalen Lauf zu nehmen.

November 2020 (verfasst von Heidi

Brenner)

Die Situation in Kenia hat sich seit meinem letzten Bericht vom August leider wenig verändert. Obschon eine grosse Angst vor dem Corona Virus herrscht, habe ich von keinem einzigen tödlichen Fall in den uns bekannten Kreisen gehört. Viele meinen: „Wir sterben eher an Hunger als an Covid- 19.“ Immer noch ist es für die Menschen im Slum enorm schwierig, Gelegenheitsjobs zu finden, um das tägliche Essen zu kaufen und die Mieten zu bezahlen. Wir verteilen nach wie vor Nothilfegeld an Familien im Slum und an unsere Studenten. Zwei Familien, die von uns unterstützt werden. Die Primarschulen und die High Schools haben Anfang November die obersten Klassen zum Unterricht aufgeboten, alle anderen werden voraussichtlich im Januar 2021 wieder starten. Unsere Lernprogramme in 8 Zentren in Kibera laufen noch bis Ende November. Da im September die Gruppengrösse auf 25 Kinder erweitert werden konnte, profitieren seither circa 2’000 Kinder vom Unterricht und den Mittagessen. Weitere 1’000 Kinder (aus früheren Lerngruppen) dürfen weiterhin zum Mittagessen kommen. Zum Glück haben wir ein finanzielles Pölsterchen, denn unser Budget wird in diesem Nothilfe-Jahr stark überzogen werden. Ich habe mich seit Beginn dafür eingesetzt, dass der Unterricht für die Vorschul- und Unterstufenkinder spielerisch und kreativ sein soll. Die kenianischen Lehrkräfte und unsere Studenten hatten wenig Ahnung von modernen Unterrichtsformen. Ich konnte ihnen dann Ideen und praktische Tipps geben, mit denen sie den Unterricht abwechslungsreich und spannend für die Kinder gestalten können. Gerade die relativ kleinen Gruppen laden zum Ausprobieren von neuen Ideen ein. Die Lehrkräfte von Kisumu Ndogo und Gatwekera; davon 4 Studenten von uns Jede Woche erhalten die Lehrkräfte ein paar konkrete Anleitungen, wie man Sprachförderung und Arithmetik ohne Bücher, Wandtafel und spezifisches Material - dafür aber mit Spass - vermitteln kann. Da sie erleben, wie viel Freude die Kinder an den Übungen haben und sie diese immer wiederholen wollen, sind auch die Lehrkräfte enthusiastisch. Sie haben angefangen, selber Variationen der kreativen Ideen zu entwickeln und berichten mir voller Stolz davon in den wöchentlichen Berichten. Beispiel für solche wöchentliche Berichte Wichtige Bestandteile des Programms sind auch Musik, Gesang, Tanz, das Dramatisieren von Geschichten und sportliche Betätigung. Filmsequenz aus einer Unterrichtsstunde Aus Abfallmaterial basteln sie Spielzeuge, aus alten Lappen knüpfen sie Seile oder formen Bälle für den Turnunterricht. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Beispiele Wir haben natürlich unsere High School Studis nicht vergessen: Einige treffen sich im Slum zum Wiederholen des Stoffes und bekommen ebenfalls Mittagessen von uns. Die Universitäts- und Collegestudenten haben meist Fernunterricht über Whatsapp, daneben rackern sie sich ab, um etwas Weniges zum Unterhalt der Familie zu verdienen, was nicht immer gelingt. Viele von ihnen haben wir mit monatlichem Notgeld für die Familie bisher über Wasser gehalten. Leider geschah es wieder, dass Bagger der Bahngesellschaft ganze Läden- und Hüttenreihen entlang der Bahnlinie in Kibera dem Erdboden gleich machten, obwohl die Markierungen das nicht ankündigten. Ein paar Lehrkräfte und Studenten von uns verloren ihr ganzes Hab und Gut. Als sie am Abend heimkehrten, fanden sie ihre Hütte nicht mehr und alles war in Schutt und Asche! Auch da halfen wir übers Erste hinweg. Bild von einem unserer betroffenen Studis Eine langjährige kenianische Freundin von mir, Schwester Clare, Pflegefachfrau und Hebamme, arbeitet in einer abgelegenen Gebär- und Mütterstation im Massai Gebiet, wo das Corona Virus recht verbreitet sei. Die meisten von den jungen Frauen können die geringe Gebühr für den Spitalaufenthalt nicht bezahlen und haben kein Geld für Nahrungsmittel. Wir haben Sr. Clare ein paarmal je SFR 1000.- geschickt, damit sie den armen jungen Müttern helfen kann. Sie sendet uns dann eine detaillierte Liste mit den Ausgaben und den Unterschriften der Frauen. Mütterstation im Masai Gebiet Sr. Clare, die gute Seele

August 2020 (verfasst von Heidi

Brenner)

Leider hat sich die Situation in Kenia seit dem letztem Bericht im Mai nicht verbessert. Ein grosser Teil der Bevölkerung leidet immer noch unter Hunger und kann keine Tagelöhner-Arbeit finden, geschweige denn eine ordentliche Arbeit mit Vertrag und Rechten. Schlimm ist es für die Kinder und Jugendlichen: Vor wenigen Wochen bestimmte die Regierung, dass alle Schulen – auch Colleges und Universitäten – in diesem Jahr wegen dem Corona Virus nicht wieder öffnen werden. Alle Schüler sollen erst im Januar wieder starten und dann das Schuljahr wiederholen. Für die Slumkinder ist das ganz schlimm, haben doch die meisten keinerlei Lernmaterial, Bücher oder Spielzeuge. Sie haben auch keinen Zugriff zum Internet oder zum Lern-Fernsehprogramm, das kostenpflichtig ist. Die Lehrer der privaten Slumschulen haben keinerlei Einkommen seit März. Wir beauftragten unsere Mitarbeiterin Jackline schon bald damit, kleine Lerngruppen zu organisieren - falls nicht anders möglich in Privathütten, die genügend Platz bieten. Wir entschieden uns auch, für die Mittagessen zu sorgen. Als Jackline mit der Umsetzung begann, wurden ihr erfreulicherweise Räume in Schulen und von den Kirchen zur Verfügung gestellt. Viele Lehrkräfte und einige von unseren Studenten sind glücklich, dass sie im improvisierten Lernprogramm unterrichten dürfen und in dieser schwierigen Zeit mit einer sinnvollen Arbeit etwas verdienen. Eine Lehrerin mit den Kleinsten Unser Student Nelson mit 4.- und 5.-Klässlern Unterricht mit und ohne Maske Die wohlverdiente Portion Reis mit Chabis Die erlaubte Anzahl von 10 Kindern in einer Gruppe ist gemäss amtlichen Regeln streng einzuhalten. Das führte bald zu Problemen, denn es wollten so viele Kinder lernen und nicht nur ein Mittagessen bekommen. So schlugen wir vor, dass die Lehrkräfte nicht nur 1 sondern je 2 Gruppen pro Tag unterrichten sollten: morgens 10 Kinder, die nach dem Mittagessen heimkehren und nachmittags 10 Kinder, die mit dem Mittagessen starten und dann noch 3 bis 3.5 Stunden Unterricht erhalten: Kurzer Film aus dem Unterricht für die ganz Kleinen. Zum jetzigen Zeitpunkt – Mitte August – unterrichten 38 Lehrkräfte 760 Kinder vom Kindergarten bis zur 8. Klasse. Sie sind in 8 Zentren organisiert und werden von Jackline und 3 sehr erfahrenen Lehrer*innen, die als Supervisor*innen wirken, betreut und beraten. Jackline organisiert und koordiniert alles mit viel Begeisterung und Bravour. Wöchentlich erhalten wir von allen Supervisor*innen und einer Lehrkraft jeder Gruppe einen ausführlichen Bericht. Ausserdem ist Heidi täglich mit Jackline per Email oder WhatsApp in Kontakt. Ab nächster Woche gibt es auch auf dem Land mindestens 4 Lerngruppen von 2 unserer Lehrkräfte. Ausserhalb der Städte ist die Situation für die Kinder nicht besser, ausser dass sie mehr Bewegungsfreiheit haben und bei den landwirtschaftlichen Arbeiten mithelfen können. Die Kosten für 1 Woche belaufen sich auf rund Fr. 2‘000.-. Darin enthalten sind die Kosten für den Unterricht und das Essen für die zur Zeit unterstützten 760 Kinder. Jackline erstellt für jede Woche ein angepasstes Budget, das sie uns zur Genehmigung zusendet: Budget für die Woche 4 So wie es aussieht, werden wir mit diesem Lernprogramm wohl auch in den nächsten Monaten weiterfahren. Sollten uns die finanziellen Reserven ausgehen, melden wir uns bei unseren Mitgliedern und Gönnerinnen und Gönnern.

Mai 2020 (verfasst von Heidi Brenner)

Vor ein paar Monaten wurden Kenia und andere ostafrikanische Länder von riesigen Heuschreckenschwärmen heimgesucht, die alles ratzekahl frassen. Als ich den letzten Beitrag schrieb, schien in Afrika punkto Corona-Krise noch alles okay. Inzwischen hat sich die Situation extrem verändert. Die Wirtschaft liegt am Boden, Geschäfte und Schulen sind geschlossen und die Leute dürfen nicht mehr aus der Gemeinde raus. Bis jetzt dürfen sie tagsüber noch draussen sein, die Ausgangssperre beginnt um 19 Uhr und dauert bis morgens um 5 Uhr. Es ist aber die Rede davon, dass eventuell ein kompletter Lockdown verordnet werden könnte. Die Einschränkungen zwangen die Ärmsten in aussichtslose und verzweifelte Lebensumstände. Konnten sie sich vor der Krise meist knapp über Wasser halten als Tagelöhner*innen (Bauarbeiter, Wäscherinnen, Putzfrauen usw.), sind sie jetzt ganz ohne Arbeit und deshalb auch ohne das geringste Einkommen. Gespartes hat kaum jemand, da der mickrige Tageslohn nur gerade für den Moment reichte. Die Preise für Lebensmittel sind sehr angestiegen, da nur noch wenige Läden etwas anbieten können. Wir haben schon in der zweiten Hälfte März angefangen, die Hungernden zu unterstützen. Zuerst unsere Primarschüler, Lehrer und unsere Studis mit ihren Familien. Unsere kenianische Mitarbeiterin Jackline ist seit Ende März mehrere Tage pro Woche im riesigen Slum unterwegs und verteilt Notgeld für Essen auch an andere Notleidende; in der Regel sind es 5000 KES (knapp Fr. 50.-) für eine Familie. Ich, Heidi, bekomme täglich einige Mails und Hilferufe meist von unseren Studis. Klicke hier für eine Auswahl. Familien in Kibera, denen wir mit „Notgeld“ zu Essen verhelfen konnten. Alle hoffen wir, dass die drastischen Massnahmen bald gelockert werden können, so dass der - zwar harte - Alltag langsam zurückkehrt und mit ihm die Hoffnung.

März 2020 (verfasst von Heidi Brenner)

Am 6. März konnten wir unsere jährliche Mitgliederversammlung - trotz Corona-Virus- Unsicherheit - im kleinen Rahmen abhalten. Insgesamt 20 Mitglieder trafen sich in Bern zu diesem aufschlussreichen und sehr gemütlichen Abend. Leider konnte unser Vorstandmitglied Christoph Künzli nur über Filmgruss dabei sein, da er mit Lungenentzündung zu Hause bleiben musste. Auch andere Mitglieder mussten sich aus gesundheitlichen Gründen oder vorsichtshalber kurzfristig abmelden. Constanée Malik, die letzten August mit Carole und Christoph in Kenia war, berichtete als Aussenstehende von ihren Eindrücken. Das war für alle Anwesenden sehr spannend. Die MV verlief nach Programm und im anschliessenden gemütlichen Teil wurde bei Rotwein und feinen Häppchen angeregt diskutiert.

Februar 2020 (verfasst von Heidi

Brenner)

Ich (Heidi) war in der zweiten Februarhälfte 2020 in Kenia und freute mich vor allem über die vielen Wiedersehen mit ehemaligen Schülern und heutigen Berufsleuten. Zum Teil kamen sie am Wochenende von weit angereist, um ihre ‚Swiss Mum‘ zu treffen! Emanuel ist fertiger Agronom und tüchtiger Hudson und Freundin Agnes unterrichten in Kibera. Teppich- und Rasenleger Beide sind noch in der berufsbegleitenden Lehrerausbildun g Mit Jackline suchten wir verschiedene Slumschulen auf und ich war erschüttert ob der miserablen Bedingungen einiger von ihnen: baufällige enge Gebäude, so wie keine Mittel um Schulmaterial zu kaufen und die Lehrer angemessen und pünktlich zu bezahlen. Das Erziehungsministerium verschärfte die Auflagen für die privaten Slumschulen, ohne sie irgendwie finanziell zu unterstützen. Da der Grossteil der Kinder aus Verhältnissen stammt, in denen die Familie die Schulgebühren nicht (voll) bezahlen können, leiden die Unterrichtsbedingungen und die Lehrkräfte, die abhängig von den eingegangenen Schulgebühren bezahlt werden, sehr. Wir haben uns deshalb entschieden, die Anzahl der von uns unterstützten Schülerinnen und Schüler im Slum von 500 auf 600 zu erhöhen. So sollten sich die Lehr- und Lernbedingungen etwas verbessern.

November 2019 (verfasst von Heidi

Brenner)

Wir blicken auf ein erfolgreiches Schuljahr in Kenia zurück. Alle Schulen wurden Ende Oktober geschlossen und im November finden nur noch die Abschlussexamen statt: alle PrimarschülerInnen von ganz Kenia absolvieren das gleiche Examen und erhalten dann im Dezember das K.C.P.E. (Kenya Certificate of Primary Education). In den High Schools sitzen die Gymnasiasten und Gymnasiastinnen mehrere Tage fürs Schlussexamen, das sogenannte K.C.S.E. (Kenya Certificate of Secondary Education). Die Vorbereitungen in Form 4 (letztem Schuljahr) sind enorm stressig, sowohl für die Studis als auch für die Lehrkräfte. Die Resultate des Schlussexamens entscheiden darüber, ob ein Jugendlicher einen subventionierten Studienplatz erhält und auch ob er Stipendien beantragen kann (HELB = Higher Education Loans Board). Wir fiebern mit 17 unserer Studis mit! 9 Elektriker, die letztes oder in diesem Jahr die zweijährige Ausbildung im GENTIANA Technical College erfolgreich abgeschlossen haben, wurden Ende Oktober diplomiert. Die Zeremonie ist nach englischem Vorbild und sehr wichtig für die Kenianer. Leider konnte von unserem Vorstand niemand teilnehmen, aber unsere kenianische Mitarbeiterin Jackline vertrat uns ehrenvoll. Unsere erfolgreichen Elektriker/innen mit Peter Baumgartner, dem Gründer von GENTIANA und Jackline (hinten links)

August 2019 (verfasst von Christoph

Künzli)

Dieses Jahr sind wir zu dritt nach Nairobi gereist: Carole Maertens (Präsidentin CHaCHaCHi), Constanee Malik (Gönnerin CHaCHaCHi) und ich (Christoph Künzli, Vorstandsmitglied). Wir trafen uns am Flughafen Kloten und erlebten dort etwas, was uns zweifeln liess, ob wir nicht schon in Nairobi angekommen sind: Auf dem Weg von der Boarding Kontrolle bis zum Flugzeug kam ein Passagier abhanden. Es wurde intensiv nach ihm gesucht. Nach über einer Stunde – nachdem auch der Captain und die ganze Crew entnervt bei der Suche mithalfen – kam die Meldung, das Scan- Gerät am Gate habe eine Fehlfunktion gehabt. So starteten wir mit deutlicher Verspätung und kamen dennoch fast pünktlich in Nairobi an. Unsere Watch Woman Felicitas Die Zimmer in unserer Unterkunft sind zweckmässig mit ihrem Sohn Am Samstagmorgen trafen wir Jackline, um mit ihr unseren Aufenthalt zu planen, Neuigkeiten zu erfahren und den Ordner mit all den Unterlagen der High School Studenten in Empfang zu nehmen. Da wartete eine Menge Zeugnisse, Schulinformationen und Briefe auf uns! Den ersten Tag nutzten wir, um die administrativen elektronischen Abläufe mit Jackline anzuschauen, da wir vermuteten, dass einiges optimiert werden könnte. Jackline arbeitete in letzter Zeit mit einem sehr alten Laptop, da der jüngere ausgestiegen war. Nach vielen vergeblichen Versuchen, den Laptop zu optimieren und schneller zu machen, beschlossen wir, ihr einen neuen Laptop zu besorgen. Es ist speziell für Heidi sehr wichtig, dass die elektronischen Listen und Daten optimal verwaltet werden, was mit dem alten Computer unmöglich war. So besorgten wir einen neuen Laptop für Jackline, den ich in den folgenden Nächten für sie einrichtete. Ausserdem erstellten wir ein Excel- Sheet, das die Buchhaltung vereinfachen sollte. So braucht Heidi vieles nicht mehr von Hand zu kontrollieren, weil das im Excel-Sheet automatisch passiert. Das erleichtert sowohl Jackline als auch Heidi einiges und spart ihnen eine Menge Arbeit. Den Sonntag nutzten wir, um uns in die Unterlagen einzulesen und uns auf die bevorstehenden Gespräche vorzubereiten. Ausserdem waren wir bei Jackline zu Hause zu einem wunderbaren Essen mit ihrer Familie eingeladen. Da bei Jackline gerade wieder einmal Stromausfall war, gingen wir ins nahe Einkaufszentrum, um dort zu arbeiten, da es in den Cafés W-Lan und Stromanschlüsse gibt. Faith und Sharley Malia und Heidi Jackline und Malia Am Montag kamen dann insgesamt 34 High School Studenten zum Interview. Es war sehr eindrücklich, wie fleissig die jungen Menschen in der Schule sind. Sie arbeiten sehr hart, teilweise von frühmorgens bis spätabends. Ein Schüler berichtete, dass bei ihnen die Schule bereits um 03:00 Uhr anfängt. Er findet das sinnvoll, weil er so maximal profitieren kann. Die Schüler berichteten auch viel Gutes über ihre Lehrer. So arbeiten viele der Lehrer mehr, als sie eigentlich müssten und stehen den Schülerinnen und Schülern auch ausserhalb des Unterrichts zur Verfügung. Teilweise engagieren sie sich auch in einem der verschiedenen «Clubs», wo die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen neben dem eigentlichen Unterricht vertiefen und Lücken schliessen können. Viele Schülerinnen und Schüler konnten wir loben, weil sie sehr gute Leistungen erbracht hatten. Bei wenigen mussten wir mahnen, weil sie sich verschlechtert hatten. Wir versuchten mit ihnen herauszufinden, woran es lag, dass die Noten gesunken sind. Es ist schön zu sehen, dass sich die Jugendlichen in den Internatsschulen gegenseitig helfen. Wenn jemand in einem Fach stark ist, gibt er Schwächeren «Nachhilfe-Unterricht» und nimmt dafür in einem schwachen Bereich Unterstützung von andere in Anspruch. Ehemalige Gentiana Studenten, die als Elektroinstallateure gute Jobs gefunden haben. Sie haben zum Teil auch schon einen grösseren Betrag ihres Darlehens zurückbezahlt. Weiter so! Am Dienstag fuhren wir ins ländlich gelegene Behindertenheim TANIA. Dieses Heim unterstützen wir seit Beginn unseres Vereins, weil dort sehr gute Arbeit für die Kinder und Jugendlichen mit Handicap geleistet wird. Es ist immer besonders, wenn wir dort sind, denn es gibt immer Neues zu sehen. Dieses Jahr konnten wir die Solaranlage besichtigen, die ihnen von kanadischen Kirchen geschenkt wurde und die fast alle Bedürfnisse nach Energie befriedigt. Jennifer und Joseph, das Gründer- und Leiterpaar, sparen dadurch sehr viel Geld für die laufenden, sehr teuren Stromkosten des staatlichen Betreibers. „Wegweiser“ in TANIA Assembly Hall mit Stallungen und Küche Photovoltaik-Anlage mit WC auf beiden Seiten und Stadionbestuhlung Am Mittwoch besuchten wir verschiedene Familien im Slum von Kibera, von denen je ein Kind von uns unterstützt wird. Die Familien freuten sich, dass wir vorbei kamen, auch wenn wir kaum in die kleinen Wohnungen hineinpassten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen in diesen kleinen Räumen wohnen – und wie aufgeräumt und sauber es überall ist. Auf dem Weg durch den Slum kamen wir dieses Mal an Orten vorbei, wo das ganze Elend der Bewohner sichtbar war. Stinkende Abfallhalden überall dort, wo ein Bächlein durch den Slum fliesst. Wir hatten Mühe, die Hindernisse ohne hinzufallen zu überwinden. Was wir erst im Nachhinein erfuhren: Dieses Mal gingen wir an Orte, wo es gefährlicher ist als an anderen Stellen. Jackline organisierte unseren Besuch so, dass uns immer jemand, der im jeweiligen Ortsteil wohnte, begleitete, damit wir sicher zu unseren Zielen kamen. An einer Schule gingen wir dann auch das Feeding- Programm (Mittagessen) anschauen, das wir während der Schulferien finanzieren. Da wurde Ghideri (Bohnen-Mais-Gericht) für mehr als 100 Kinder gekocht. Die Kinder trafen zur Mittagszeit von überall her ein – die etwas grösseren Kinder hatten ihre kleinen Geschwister auf dem Rücken. Alle hatten ein Gefäss und einen Löffel dabei, denn das Geschirr müssen sie selber mitbringen. In Einerkolonne warteten sie vor dem grossen Topf, bis sie an der Reihe waren und ihr Gefäss gefüllt wurde. Mit einem Lächeln im Gesicht machten sie sich über das Essen her. Auf dem Rückweg aus dem Slum kamen wir an der Stelle vorbei, wo letztes Jahr die Regierung viele Häuser, Läden, Schulen und Kirchen dem Erdboden gleichgemacht hatte. Es waren viele Baumaschinen am Werk und die Erstellung der angekündigten Umfahrungsstrasse macht Fortschritte. Viele der Menschen, die damals ihre Bleibe verloren hatten, wohnen immer noch bei Verwandten und Bekannten. Die Platzverhältnisse sind oft prekär, nicht selten wohnen bis zu 10 Leute in einem Raum mit vielleicht 8 Quadratmetern. Am Donnerstag erledigten wir noch die letzten administrativen Aufgaben mit Jackline und machten uns nach einem gemeinsamen feinen Mittagessen auf den Weg zum Flughafen. Hommage an unsere Mitarbeiterin Jackline: Ich bin sehr dankbar, dass wir mit Jackline eine wertvolle Mitarbeiterin vor Ort haben, welche die Verhältnisse bestens kennt, für unsere Anliegen einsteht und sich für die unterstützten Kinder und Jugendlichen einsetzt. Sie ist beharrlich dahinter, wenn etwas nicht gut läuft – aber immer mit Herz und viel Goodwill für die Menschen, die wir unterstützen. Sie ist eine Perle, die Heidi bereits 2007 als engagierte Lehrerin an der Makina-Schule kennen lernte und die seit 2011 die Repräsentantin von CHaCHaCHi vor Ort ist. Fazit: Ich bin sehr dankbar, dass ich den Verein CHaCHaCHi vor einigen Jahren kennenlernen durfte, und ich nun mithelfen kann, unsere Projekte mitzugestalten! Ich sehe, welch grossartige Arbeit in Kenia geleistet wird. Auch wenn wir nicht Tausende von Menschen unterstützen können – für diejenigen, die in unserem Programm sind, verändert sich einiges. Sie haben gute Aussichten, dereinst ein Leben ausserhalb der zahlreichen Slums in Kenia zu führen. Auch dieses Mal verliess ich Kenia mit dem Gefühl der Demut, da ich viele Menschen kennenlernen oder wiedersehen durfte, die sehr missliche Bedingungen im Leben haben und trotzdem vorwärtsgehen und das Positive sehen. Bereits jetzt freue ich mich darauf, im nächsten August wieder nach Kenia zu fahren, denn einige Menschen dort sind Freunde geworden. für ältere “Aktuelles” hier klicken Falls das Dokument in Ihrem Browser nicht richtig angezeigt wird: Rechtsklick auf den Link -> Ziel speichern unter… So wird das Dokument auf Ihren Computer heruntergeladen und kann mit dem Adobe Reader © geöffnet werden.